Toll! Rolli-Einkaufswagen bei Netto

Ich war ewig nicht bei Netto (gelb) einkaufen, zum einen weil ich zur Reha war und zum zweiten hat es sich jetzt wegen der Feiertage eben nicht ergeben. Dabei gibt es bestimmte Produkte, wie beispielsweise ungesüßte Soja-Milch, die ich am liebsten dort kaufe und die ich hier im Ort auch in keinem anderen Supermarkt oder Discounter bekomme. Heute war ich also nach langer Zeit einmal wieder dort. Und ich war freudig überrascht: Netto hat inzwischen drei Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer angeschafft!

Netto war ja eins der Handelsunternehmen, die ich wegen dieser Thematik kontaktiert hatte. Wie schade, dass ich von dort keine Rückmeldung erhalten habe, dass es jetzt Rollifahrer-Einkaufswagen gibt. Ich weiß auch nicht, ob sich das jetzt nur auf diese eine Filiale hier vor Ort bezieht oder ob Netto vielleicht sogar alle Filialen behindertenfreundlicher mit den Rollstuhlwagen ausgestattet hat.

Vielleicht erhalte ich nach einer erneuten Mail, in der ich mich natürlich auch bedankt habe, ja noch weitere Informationen, die ich hier an dieser Stelle natürlich mit all meinen Lesern teilen werde.

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Endet Inklusion beim Einkaufen?

Ich habe mich ja bereits in vorangegangenen Artikeln mit den Einkaufswagen für Rollifahrer beschäftigt und bleibe natürlich weiter an dem Thema dran. An den Suchbegriffen, die Leser auf mein Blog führen, kann ich auch sehen, dass dieses Thema durchaus eine große Zahl an Interessenten hat. Darüber hinaus wird recht viel nach Einkaufswagen mit Lupe gesucht. Also liebe Hersteller von allem, was wir so kaufen sollen:  Druckt die Zutatenlisten in größerer Schrift!

Nun wieder zu den Rollieinkaufswagen: Ich habe Lidl, Aldi, Netto (gelb) und IKEA noch einmal eine E-Mail geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

nun sind bereits fast zwei Monate ins Land gegangen, dass ich Ihnen eine E-Mail geschrieben habe mit der Anregung, Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer in Ihren Geschäften zur Verfügung zu stellen. Leider habe ich bisher keine Antwort von Ihnen erhalten, ob mit einer Umsetzung dieser Idee zu rechnen ist. Natürlich machen behinderte Menschen  nur einen geringen Anteil an Ihrer Kundschaft aus. Sicher machen Sie sich Gedanken darüber, ob es überhaupt wirtschaftlich wäre, solche Einkaufswagen anzuschaffen. Aber auch der Anteil der Kunden, die einen Wagen mit Platz für einen Babysitz  brauchen, ist relativ gering. Und die Dinger findet man immer mehr, was sehr zu loben ist. Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer sind nicht nur eine große Hilfe für die Unabhängigkeit und Selbständigkeit, sie geben auch ein positives Signal an die übrige Kundschaft: Hier hat jemand mitgedacht; jeder ist hier als Kunde willkommen; der Laden hat ein soziales Gesicht…, um nur einige Aspekte zu nennen.

Ich freue mich darauf, bald von Ihnen eine (hoffentlich positive) Reaktion zu erhalten.

Im Übrigen beschäftige ich mich auch in meinem Blog: inklusionjetzt.wordpress.com  unter anderem mit dem Thema und berichte darüber, ob und wie die einzelnen Handelsunternehmen, die ich angeschrieben habe, reagieren.

 Auch den Text dieser E-Mail und die Tatsache, dass sich bisher nichts gerührt hat, werde ich dort einstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Bornheimer

Ich warte mal ab, wie es jetzt weiter geht. In meinem Edeka-Markt vor Ort weiß ich auch noch nicht, wie es weiter geht, werde da aber beim nächsten Einkauf noch einmal nachfragen. Auch das Hamburger Drogeriemarkt-Unternehmen Budni hatte ich zwischenzeitlich angeschrieben. Auch von dort erhielt ich lediglich die Mitteilung, dass meine konstruktive Anregung an die zuständige Abteilung weitergeleitet worden sei. Das ist aber noch nicht ganz so lange her wie bei den anderen.

Behinderungen beim Einkaufen – wird sich etwas ändern?

In meinem letzten Blog-Artikel habe ich unter anderem von Einkaufwagen für Menschen mit Behinderung geschrieben. Da ich selber im Rollstuhl einkaufen gehe, freue ich mich immer, wenn es einen für mich benutzbaren Einkaufswagen gibt. Das ist bisher aber leider noch sehr, sehr selten der Fall. Famila in Stockelsdorf (ein Vorort von Lübeck) hat sogar mehrere Rollifahrer-Einkaufswagen und beim Citti-Markt haben sie auch welche.  Ansonsten genieße ich es immer, wenn ich in Frankreich bin, einkaufen zu gehen. Im Einkaufscentrum Blagnac, nahe dem Toulouser Flughafen, gibt es auch die tollen Wagen. Und im kleinen Örtchen Verdun sur Garonne hat der Intermarché auch welche.

Aber weder in Stockelsdorf noch in Frankreich gehe ich regelmäßig einkaufen. Wie jede Familienmutter suche ich gewöhnlichdie Discounter oder Supermärkte in meinem Wohnort auf. Von denen hat aber leider keiner so einen Einkaufswagen. Darum bin ich jetzt aktiv geworden und habe folgenden Text in einer E-Mail an Aldi Nord, Lidl und Netto (gelb) geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Ehefrau und Mutter zähle ich zu Ihren regelmäßigen Kunden und bin im
Allgemeinen auch ganz zufrieden mit Ihrem Angebot. Durch eine neurologische
Erkrankung bin ich  allerdings seit einiger Zeit auf den Rollstuhl
angewiesen und hier kommt nun mein Problem: Trotz meiner Behinderung möchte
ich immer noch selbständig einkaufen. Aber wo lasse ich dabei meine Ware?
Auf dem Schoß?- geht nicht, weil ich die Hände zum Fahren brauche. Außerdem
haben auf dem Schoß auch nur wenige Teile Platz. Die Lösung  wäre  ein
Einkaufswagen für Rollifahrer. Die gibt es auch schon, aber leider nicht in
Ihren Märkten. Warum erweitern Sie nicht einfach Ihren Service auch auf
behinderte Kunden. Ich habe mal gegoogelt und folgendes bewährtes Modell
gefunden:
http://wanzl.com/000/De/Home/Produkte/SB-Systeme/Einkaufswagen/Service-Einkaufswagen/Einkaufswagen_fuer_Rollstuhlfahrer.html
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich auf dem Laufenden halten würden, wie
Sie weiter mit diesem Thema umgehen werden. Mit freundlichen Grüßen

Lidl teilte mir mit, dass meine E-Mail an die zuständige Abteilung weitergeleitet worden sei und dass das Unternehmen auf Anregungen der Kunden angewiesen sei, um ihren Wünschen gerecht werden zu können. Eine kurzfristige Umsetzung könne aber nicht garantiert werden.

Aldi schrieb mir, dass mein Vorschlag geprüft werde, dass man aber jetzt noch keine weitere Aussage dazu machen könne.

Netto hat mir bisher lediglich eine Eingangsbestätigung meiner E-Mail geschickt.

Außer den Discountern habe ich auch IKEA noch eine E-Mail geschickt mit dem Vorschlag, Einkaufswagen für Rollifahrer zur Verfügung zu stellen. Die geben sich ja immer sehr sozial und behindertenfreundlich. Von dort habe ich aber noch keine Antwort erhalten.

Jetzt heißt es also erst einmal warten. Aber ich werde dran bleiben. Immerhin ist es ja sehr stark vom Einkaufswagen abhängig, wieviel ich in einem Laden einkaufe. Nicht umsonst sind die Einkaufswagen in den letzten 30, 40 Jahren immer größer geworden.