Rolli-Einkaufswagen jetzt auch bei Edeka in Wahlstedt

Der Kunde ist König! Und ein aufmerksamer Kaufmann kümmert sich um die Bedürfnisse und Wünsche seiner Kunden. Zehn Jahre nach Eröffnung des Edeka-Marktes Kost in Wahlstedt hat die Inhaberin Anja Kost ihrem Laden ein Facelift verpasst. Das Geschäft sieht gut aus – viel geräumiger und heller. Die Regale sind nicht mehr so hoch, alles wirkt übersichtlicher. Der Durchgang an den Kassen ist breiter. Und das tollste ist, es gibt jetzt auch einen Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer! Frau Kost hatte meine Bitte nicht vergessen. Es lohnt sich eben doch, Wünsche und Bedürfnisse einfach mal anzusprechen. Wer keine Behinderung hat, weiß gewöhnlich nicht, was einem Menschen mit Handicap das Leben erleichtern kann.

Ebenfalls freuen werden sich Eltern mit Baby, weil es jetzt auch einen Einkaufswagen mit Platz für die Babyschale aus dem Auto gibt.

Händler sollten sich im Klaren darüber sein, dass die Menge des Einkaufes und die Häufigkeit des Besuches in ihrem Geschäft maßgeblich davon abhängt, wie bequem der Einkauf dort möglich ist. Ein Supermarkt, in dem ich nur mit meinem Korb auf dem Schoß einkaufen kann, bedeutet für mich als Familenfrau mit zwei Kindern und Haustieren ein echtes Problem. Wenn ich hingegen beim Angebot für Katzenfutter kräftig zugreifen kann und außerdem noch mein Gemüse und meine Milch, Waschpulver und anderes mitnehmen kann, weil ich einen geeigneten Einkaufswagen vorfinde, überlege ich mir beim nächsten Einkauf schon, wo ich hinfahre. Und das wird bestimmt nicht der Laden sein, in dem ich nur mit meinem Korb einkaufen kann!

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Endet Inklusion beim Einkaufen?

Ich habe mich ja bereits in vorangegangenen Artikeln mit den Einkaufswagen für Rollifahrer beschäftigt und bleibe natürlich weiter an dem Thema dran. An den Suchbegriffen, die Leser auf mein Blog führen, kann ich auch sehen, dass dieses Thema durchaus eine große Zahl an Interessenten hat. Darüber hinaus wird recht viel nach Einkaufswagen mit Lupe gesucht. Also liebe Hersteller von allem, was wir so kaufen sollen:  Druckt die Zutatenlisten in größerer Schrift!

Nun wieder zu den Rollieinkaufswagen: Ich habe Lidl, Aldi, Netto (gelb) und IKEA noch einmal eine E-Mail geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

nun sind bereits fast zwei Monate ins Land gegangen, dass ich Ihnen eine E-Mail geschrieben habe mit der Anregung, Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer in Ihren Geschäften zur Verfügung zu stellen. Leider habe ich bisher keine Antwort von Ihnen erhalten, ob mit einer Umsetzung dieser Idee zu rechnen ist. Natürlich machen behinderte Menschen  nur einen geringen Anteil an Ihrer Kundschaft aus. Sicher machen Sie sich Gedanken darüber, ob es überhaupt wirtschaftlich wäre, solche Einkaufswagen anzuschaffen. Aber auch der Anteil der Kunden, die einen Wagen mit Platz für einen Babysitz  brauchen, ist relativ gering. Und die Dinger findet man immer mehr, was sehr zu loben ist. Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer sind nicht nur eine große Hilfe für die Unabhängigkeit und Selbständigkeit, sie geben auch ein positives Signal an die übrige Kundschaft: Hier hat jemand mitgedacht; jeder ist hier als Kunde willkommen; der Laden hat ein soziales Gesicht…, um nur einige Aspekte zu nennen.

Ich freue mich darauf, bald von Ihnen eine (hoffentlich positive) Reaktion zu erhalten.

Im Übrigen beschäftige ich mich auch in meinem Blog: inklusionjetzt.wordpress.com  unter anderem mit dem Thema und berichte darüber, ob und wie die einzelnen Handelsunternehmen, die ich angeschrieben habe, reagieren.

 Auch den Text dieser E-Mail und die Tatsache, dass sich bisher nichts gerührt hat, werde ich dort einstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Bornheimer

Ich warte mal ab, wie es jetzt weiter geht. In meinem Edeka-Markt vor Ort weiß ich auch noch nicht, wie es weiter geht, werde da aber beim nächsten Einkauf noch einmal nachfragen. Auch das Hamburger Drogeriemarkt-Unternehmen Budni hatte ich zwischenzeitlich angeschrieben. Auch von dort erhielt ich lediglich die Mitteilung, dass meine konstruktive Anregung an die zuständige Abteilung weitergeleitet worden sei. Das ist aber noch nicht ganz so lange her wie bei den anderen.

Behinderungen beim Einkaufen – wie es weiter geht

Zunächst einmal zu den Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer:  Die Discounter haben inzwischen keine weitere Rückmeldung gegeben.  Netto teilte mir mit, dass der zuständige Mitarbeiter noch bis Mitte des Monats im Urlaub sei und sich danach bei mir melden werde.

Gestern war ich hier bei uns im Ort bei Edeka einkaufen. Ich gehöre da zur Stammkundschaft und man kennt mich auch noch ohne Rolli. Zum Einkaufen komme ich jetzt immer entweder mit meinem Handbike mit Korb vorne daruf und großer Einkaufstasche hinten am Rollstuhl oder eben im Rollstuhl mit einem Korb auf dem Schoß, den ich mir mit einem Gurt um den Rumpf befestige, damit nichts runterfällt. Getränkekisten werden mir immer sehr freundlich ins Auto getragen. Ich brauche nur an der Kasse zu sagen, was ich haben möchte. Gestern nun habe ich die Ladeninhaberin mal auf einen Rollstuhlfahrer-Einkaufswagen angesprochen und sie war ganz erstaunt, dass es so etwas gibt. Da wir hier im Ort ziemlich viele Rollstuhlfahrer haben, darf ich mich vielleicht bald über einen Rollifahrer-Einkaufswagen freuen. Ich warte mal ab.

Einen größeren Bedarf scheint es wohl auch an Einkaufswagen mit Lupe zu geben. In der Statistik zu meinem Blog finde ich bei den Suchbegriffen, die die Leute hierher führen, jedenfalls sehr häufig den Begriff „Einkaufswagen mit Lupe“. Das liegt wohl einerseits daran, dass das nichts Behindertenspezifisches ist (irgendwann leiern bei uns allen die Augenmuskeln aus) und zum zweiten, dass die Schrift auf vielen Produkten einfach zu klein ist, gerade auch wenn es um Inhaltstoffe geht. Vielleicht sollte ich, wenn ich mich weiter um die Rollstuhleinkaufswagen kümmere, die Konzerne auch mal auf den Lupenbedarf hinweisen.