Mal wieder Einkaufswagen

Ich kaufe ja nicht nur hier in meinem Wohnort Wahlstedt ein. Mit dem Auto bin ich mobil, arbeite zudem außerhalb und bin einfach gerne unterwegs. Darum wäre es mein großer Wunsch, dass es überall, wo es für Fußgänger Einkaufswagen gibt, auch wenigstens einen oder zwei Wagen für Rollstuhlfahrer gibt. Das wäre doch „inklusiv“.

Die Statistik zu meinem Blog hier zeigt, dass das Thema in jedem Falle von Interesse ist. Zu sehen ist das einerseits an den Suchbegriffen, über die die Leser hier landen und zum zweiten daran, dass die Seiten zum Thema Rollstuhl-Einkaufswagen sehr häufig angeklickt werden.

Auf einer Inklusionsveranstaltung hat mal ein älterer Mann, dessen Frau schon seit etlichen Jahren Rollifahrerin ist, bedauernd zu mir gesagt: „Zu jedem Rollstuhlfahrer gehört ein Fußgänger“. Eine Erkenntnis, der er und seine Frau sich immer wieder stellen mussten. Dabei wären es manchmal Kleinigkeiten und ein bisschen guter Wille, die einem Menschen mit Behinderung das Leben und die Selbständigkeit erleichtern und ermöglichen könnten. Für Rollifahrer kann das beim Einkaufen beispielsweise so ein Wagen sein.

Gestern habe ich wieder erfahren dürfen, dass es manchmal schon ausreicht, in den Geschäften direkt freundlich anzuregen, Rollstuhl-Einkaufswagen zur Verfügung zu stellen. Nach langer Zeit war ich mal wieder in Bad Segeberg bei „Famila“ einkaufen. Es ist schon eine Weile her, dass ich das dort angeregt hatte. Und siehe da gestern konnte ich total bequem einkaufen. Ich hatte die Hände frei und brauchte nicht zu überlegen, was ich mitnehme, weil zumindest der Transportplatz ausreichend groß war. Toll! Und an dieser Stelle auch ein dickes Dankeschön an „Famila“ Bad Segeberg.

Hier bei uns Nordlichtern gibt es in Hamburg und Umgebung die Drogeriemarkt-Kette „Budni“. Da kaufe ich auch immer gerne ein. Aber mit dem Korb auf dem Schoß  stoße ich da auch des öfteren an Kapazitätsgrenzen. Darum habe ich eben die folgende E-Mail geschrieben:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

haben Sie schon einmal daran gedacht, es ihren Kunden im Rollstuhl ein bisschen einfacher zu machen, in Ihren Drogeriemärkten einzukaufen? Es gibt Einkaufswagen für Rollifahrer, mit denen die Hände zum Einkaufen und Fahren frei sind. Zudem lässt sich damit bequemer und mehr ein kaufen als mit einem wackeligen Einkaufskorb auf dem Schoß. Andere Händler, vor allem Supermärkte habe diese tollen Teile schon. Ich bin selber Rollstuhlfahrerin und versorgen drei Personen plus Haustiere. Da ich auch berufstätig bin, kann ich nicht immer warten, dass mich zu größeren Einkäufen jemand begleitet. Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören. Vielleicht mögen Sie ja mal einen Blick in meinen Blog (inklusionjetzt.wordpress.com) werfen. Dort habe ich das Thema Rollstuhlfahrer-Einkaufswagen auch schon behandelt und vor allem auch die Unternehmen erwähnt, die zumindest hier im Umkreis reagiert haben. Es wäre natürlich toll, wenn es selbstverständlich werden könnte, als Rollifahrer überall einen passenden Einkaufswagen vorzufinden. Die Statistik zu meinem Blog zeigt übrigens, dass die Beiträge zu den Rollstuhl-Einkaufswagen zu den meistgeklickten gehören. Es handelt sich offenbar um ein Thema, dass nicht ganz unwichtig ist.

Vorab schon einmal herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen Gabi Bornheimer

 

Mal sehen, was passiert. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man dort so wenig hilfsbereit ist wie bei Aldi. Von denen habe ich nämlich bis heute nichts gehört. Ich habe auch Filial- und Bezirksleiter hier vor Ort mal direkt angesprochen. Aber es tut sich nichts. Ähnlich verhält es sich bei IKEA in Hamburg Schnelsen.  Fast jedes Mal wenn ich dort bin, nutze ich den Computer, den die da für Anregungen haben und bitte um Rollifahrer-Einkaufswagen. Ich gebe auch immer meine E-Mail und eine Telefonnummer an. Bisher hat da aber nie jemand drauf reagiert. Da bleibt mir nur zu IKEA nach Hamburg Moorfleth zu fahren. Die bieten nämlich diesen Service für Rollstuhl fahrende Kunden. Das ist von hier aber doch ein Stück weiter als nach Schnelsen. Demnächst werde ich beim Lübecker IKEA mal gucken. Wenige Tage nach der Eröffnung war ich mal da. Aber da ging noch alles drunter und drüber. Da wurde mir aber versichert, dass es künftig Einkaufswagen für Rollifahrer geben soll.

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Informationen zur Vorgeburtlichen Diagnostik in leichter Sprache

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier einen Artikel zur Präimplantations-Diagnostik geschrieben habe (https://inklusionjetzt.wordpress.com/2012/09/14/aussortiert-aktion-t4-der-nazis-praimplantationsdiagnostik-und-trisomie21-bluttest-heute/  ). Nun habe ich gerade mal wieder das Internet durchgestöbert und bin dabei auf eine interessante Seite gestossen. Sie heißt: http://www.1000fragen.de/

Die Aktion Mensch hat diese Seite ins Netz gestellt, um den Menschen in Deutschland die Möglichkeit zu geben, über das schwierige Thema Bioethik zu diskutieren. Es handelte sich um ein Projekt, das von 2002 bis 2009 andauerte.

Besonders gut finde ich, dass es hier auch Erklärungen in Leichter Sprache gibt. So hat jeder die Möglichkeit, zu verstehen, was sich hinter all den Fremdwörtern verbirgt, über die da diskutiert wird. Die Informationen in Leichter Sprache kann man im Menü links unter „Dossiers“ finden. Der direkte Link zur Präimplantations-Diagnostik in leichter Sprache ist hier: http://www.1000fragen.de/hintergruende/dossiers/dossier.php?did=6&simple=y

Toll! Rolli-Einkaufswagen bei Netto

Ich war ewig nicht bei Netto (gelb) einkaufen, zum einen weil ich zur Reha war und zum zweiten hat es sich jetzt wegen der Feiertage eben nicht ergeben. Dabei gibt es bestimmte Produkte, wie beispielsweise ungesüßte Soja-Milch, die ich am liebsten dort kaufe und die ich hier im Ort auch in keinem anderen Supermarkt oder Discounter bekomme. Heute war ich also nach langer Zeit einmal wieder dort. Und ich war freudig überrascht: Netto hat inzwischen drei Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer angeschafft!

Netto war ja eins der Handelsunternehmen, die ich wegen dieser Thematik kontaktiert hatte. Wie schade, dass ich von dort keine Rückmeldung erhalten habe, dass es jetzt Rollifahrer-Einkaufswagen gibt. Ich weiß auch nicht, ob sich das jetzt nur auf diese eine Filiale hier vor Ort bezieht oder ob Netto vielleicht sogar alle Filialen behindertenfreundlicher mit den Rollstuhlwagen ausgestattet hat.

Vielleicht erhalte ich nach einer erneuten Mail, in der ich mich natürlich auch bedankt habe, ja noch weitere Informationen, die ich hier an dieser Stelle natürlich mit all meinen Lesern teilen werde.

Behindertenausweis im Scheckkartenformat – Bayern legt schon los

In Bayern gibt es ihn jetzt schon, den neuen, kleinen Schwerbehindertenausweis. Das geht es einer Pressemitteilung auf dem Bundespresseportal  vom 28.Dezember 2012 hervor:

(BPP) „Ab Januar 2013 startet der neue Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat! Der bisherige, unhandliche Ausweis aus Papier gehört damit der Vergangenheit an. Der Bund hatte sich hier lange gesperrt. Ich freue mich, dass sich mein langjähriger Einsatz für den Scheckkartenausweis jetzt auszahlt. Der neue Ausweis ist nicht nur handlicher, sondern erleichtert durch einen Zusatz in englischer Sprache endlich auch den Nachweis der Behinderung im Ausland. Außerdem ist er für Menschen mit Sehbehinderung dank eines taktilen Merkmals in Brailleschrift von den anderen Karten im Geldbeutel nun eindeutig zu unterscheiden“, so Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer heute.

Allein in Bayern leben derzeit über 1,1 Millionen schwerbehinderte Menschen, das sind über 9 Prozent der Bevölkerung. Und genauso viele Schwerbehindertenausweise sind in Bayern ausgestellt. Diese werden ab 2013 sukzessive auf das neue Format umgestellt. Haderthauer: „Die Länder haben zwar bis Ende 2014 Zeit, den neuen Schwerbehindertenausweis einzuführen. Wir wollen aber auch hier ein Zeichen setzen und starten bereits ab dem 1. Januar 2013 als eines der ersten Länder mit dem neuen Ausweis. Wichtig ist, dass alle vor dem 31. Dezember ausgestellten, alten Schwerbehindertenausweise weiterhin bis zum angegeben Gültigsdatum einsetzbar sind. Die Besitzer können, müssen diese aber nicht umtauschen.“

Ab Januar 2013 wird in Bayern nur noch der neue, handliche Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat ausgegeben. Alte Ausweise einschließlich deren Beiblätter behalten ihre Gültigkeit, längstens bis zum Ablauf des auf dem Ausweis angegebenen Gültigkeitsdatums. Die Feststellung der Schwerbehinderung sowie die Ausstellung des Schwerbehindertenausweises erfolgt durch Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS). Nähere Informationen zum neuen Schwerbehindertenausweis einschließlich einer Musterkarte können Sie unter http://www.zbfs.bayern.de/schwbg/index.html abrufen.

Dr. Carolin Schumacher,
Pressesprecherin
Telefon: 089 1261-1577 oder -1477
Telefax: 089 1261-2078
E-Mail: presse@stmas.bayern.de

Super, dass man sich dort nicht darauf beruft, dass ja noch bis Ende 2014 Zeit ist, den neuen Ausweis einzuführen. Hoffentlich nehmen sich viele Bundeländer ein Beispiel daran und ziehen bald nach!

Schade – Neuer Behinderteausweis lässt noch auf sich warten

Im Frühling vergangenen Jahres hatte der Gesetzgeber beschlossen, dass es ab 2013 endlich einen neuen, kleineren Schwerbehindertenausweis geben soll. Allerdings gibt es eine Übergangsfrist bis 2015. Jedes Bundesland kann selber entscheiden, ab wann es die neuen scheckkartengroßen Ausweise ausgibt.

Eine Anfrage beim Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen von Schleswig-Holstein ergab, dass im nördlichsten Bundesland das Landesamt für soziale Dienste noch mit der Prüfung der „technischen Umsetzbarkeit des neuen Schwerbehindertenausweises“ befasst ist. Zum jetzigen Zeitpunkt könne noch keine Aussage über einen definitiven Ausstellungstermin getroffen werden. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei 2013 lediglich um eine Kann-Bestimmung handelt und dass der neue Behindertenausweis erst bis 2015 verbindlich eingeführt werden muss.

Es ist also noch nicht klar, wann in Schleswig-Holstein die Schwerbehindertenausweise endlich eine Größe haben werden, dass sie auch in die Geldbörse passen. Es gibt aber schon ein Merkblatt zu den neuen Ausweisen. Darin wird auch darüber informiert, dass die Wertmarke für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs,  Busse und Bahnen, ein neues Format – passend zum neuen Behindertenausweis – haben wird. Bereits ausgestellte Wertmarken behalten bis zu ihrem Ablauf aber ihre Gültigkeit. Das Merkblatt, das auch Bilder des neuen Behindertenausweises enthält, ist unter folgendem Link zu finden:

http://www.schleswig-holstein.de/LASD/DE/Download/MerkblattEinfuehrungSbAusweisImBankkartenformat__blob=publicationFile.pdf

(Auto)Mobil mit Behinderung

Mein Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr wird mein neues Auto sein. Es ist das erste Mal, dass ich einen Neuwagen bekomme, einen Wagen direkt aus der Fabrik und außerdem noch ein ganz neues Modell. Das kann ich noch gar nicht so richtig glauben. Es wird der neue Ford B-Max sein (http://www.ford.de/Pkw-Modelle/FordB-MAX).

Wegen meiner Behinderung bin ich (noch) nicht auf einen speziellen Umbau des Fahrzeuges angewiesen. Es reicht aus, wenn es sich um einen Automatik handelt und ich den Rollstuhl einigermaßen bequem verladen bekomme. Aber bei der Automatik fängt es in Deutschland schon an, schwierig zu werden, jedenfalls wenn es im Bereich der Mittelklassewagen bleiben soll. Gebrauchte, Jahreswagen oder Kurzzulassungen gibt es davon nur wenige. Ich hatte mir außerdem noch in den Kopf gesetzt, dass der Wagen hinten Schiebetüren haben soll, damit ich den Rolli hinter dem Fahrersitz verstauen kann. Damit war eigentlich dann auch schon die Entscheidung gefallen – wenn ich ein Auto kaufe, müsste es ein Neuwagen sein.

Ich habe mich also umgesehen und ausprobiert, Peugeot, Citroën, Fiat, Renault und Ford. Bei einer kleinen Gewerbemesse hier in meiner Heimatstadt hatte ich dann auch Gelegenheit, mir den neuen Ford-BMax, der erst in ein paar Tagen offiziell in die Autohäuser kommt, anzusehen. Das Auto gefiel mir sofort. Das besondere daran ist, dass es keine feste B-Säule gibt. Die ist nämlich in die Schiebetür integriert. Man kann sehr bequem einsteigen und das mit dem Rollstul verladen klappt auch.

Ich habe mir dann ganz unverbindlich ein Angebot für den Wagen erstellen lassen, auch zur Finanzierung. Das war von allen Angeboten, die ich mir zu den Fahrzeugen, die mich interessiert haben, eingeholt habe, das beste und das günstigste.

Ebenso wie andere Automobilhersteller auch (einige allerdings nur über den Bund behinderter Autobesitzer BbAB e.V., http://www.bbab.de/ ), gewährt Ford Menschen mit Behinderung einen Rabatt. Beim Ford B-Max sind das immerhin 20%. Außerdem kommt bei Ford noch ein ausgesprochen günstiger Zinssatz für die Fananzierung dazu. Das Cool and Sound-Paket, Radio und Klimaanlage, kostet nur die Hälfte des regulären Preises.  Zusammen mit einer Prämie von 200 Euro ist das Teil einer Aktion zusammen mit der My Handicap-Stiftung ( http://www.myhandicap.de/sonderrabatt-auto-ford.html ). Kurz gesagt ein wirklich gutes Angebot!

Mein Auto ist bestellt und ich kann es kaum erwarten, dass es endlich geliefert wird.

Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer

Auf dem Rückweg von Lübeck habe ich mal wieder bei Famila in Stockelsdorf eingekauft. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei. Aber mein Handy. Die Fotos entsprechen zwar nicht ganz meinen Ansprüchen, aber immerhin sind die Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer darauf zu erkennen.

Famila hat gleich drei von den Teilen, die mehr Selbständigkeit und Freiheit für Menschen mit Handicap schaffen. Ebenso wie andere Einkaufswagen auch, können sie in einander geschobene werden.

Unter dem Wagen befinden sich zwei Bügel, mit denen er am Rollstuhl eingehakt wird.

Das ist der Blick auf den Wagen vom Rollstuhlfahrer aus, bevor er ihn am Rolli befestigt.