Inklusion – was ist das?

Zwei Menschen können nie gleich sein – es gibt immer Unterschiede. Trotzdem sollen alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, ein zufriedenes und glückliches Leben zu führen. Dazu gehören:

  • Menschenwürde,
  • ein Zuhause, Schutz, Geborgenheit,
  • Familie, Menschen, die man mag,
  • genug zu essen,
  • angemessene medizinische Versorgung,
  • Arbeit, Schule, Kindergarten, Bildung,
  • Freizeitgestaltung, Hobbys, Sport, Kultur,
  • Selbständigkeit, Selbstbestimmung.

Inklusion bezieht sich auf Menschen mit Behinderung. Sie unterscheiden sich von den anderen nicht nur durch die Haarfarbe, die Größe, das Geschlecht oder ihr Temprament, sondern auch durch ihr körperliches, seelisches oder geistiges Anders-Sein oder Eingeschränkt-Sein. Auch sie sollen, wie alle anderen,  Teil der Gesellschaft sein, dazu gehören und sich ganz selbstverständlich beteiligen. Das ist das Ziel der Inklusion.

Inklusion heißt eingeschlossen sein, im Sinne von dazu gehören. Das kommt aus dem Lateinischen: in = ein, cludere = schließen. Eine inklusive Gesellschaft stellt die Möglichkeit zur Verfügung, dass jeder unabhängig von Behinderung dabei sein kann, Anerkennung und Wertschätzung erhält und so unabhängig und selbständig wie möglich sein kann. Dazu ist es zu allererst nötig, Vorurteile und Ängste abzubauen, sich zu informieren, eine andere Welt kennen zu lernen.

Inklusion ist im allgemeinen Sprachgebrauch noch weitgehend eine leere Worthülse und ein großer Teil derer, die es betrifft, kann mit so einem Fremdwort überhaupt nichts anfangen. Ein Teil der Inklusion muss nämlich auch eine einfache, leicht verständliche Sprache sein.  Nur wer versteht, kann auch entscheiden. Inklusion ist ein Fachbegriff aus der Soziologie, mit dem sich auch Fachleute aus den Berufen, die sich bisher hauptsächlich mit behinderten Menschen befasst haben, zum Teil noch schwer tun, denen nicht so ganz klar ist, wo der Unterschied zur früher geforderten Integration liegt. Groß ist der Unterschied – wenn es ihn denn überhaupt gibt – nicht. Wer in eine Gesellschaft integriert ist, ist ein Teil von ihr, gehört dazu, ist eingeschlossen – also inklusiv.

Inklusion soll bedeuten, dass jeder von vorne herein dazu gehört, eingeschlossen ist in die Gesellschaft. Darum muss man ihn nicht integrieren. Der Weg dahin ist aber noch sehr lang. Bis es eine inklusive Gesellschaft gibt, sollte man sich nicht mit Wortklauberei aufhalten, weil es Wichtigeres gibt. In einer Gesellschaft, die jeden einbezieht, können alle nur gewinnen.