Behinderungen beim Einkaufen – wird sich etwas ändern?

In meinem letzten Blog-Artikel habe ich unter anderem von Einkaufwagen für Menschen mit Behinderung geschrieben. Da ich selber im Rollstuhl einkaufen gehe, freue ich mich immer, wenn es einen für mich benutzbaren Einkaufswagen gibt. Das ist bisher aber leider noch sehr, sehr selten der Fall. Famila in Stockelsdorf (ein Vorort von Lübeck) hat sogar mehrere Rollifahrer-Einkaufswagen und beim Citti-Markt haben sie auch welche.  Ansonsten genieße ich es immer, wenn ich in Frankreich bin, einkaufen zu gehen. Im Einkaufscentrum Blagnac, nahe dem Toulouser Flughafen, gibt es auch die tollen Wagen. Und im kleinen Örtchen Verdun sur Garonne hat der Intermarché auch welche.

Aber weder in Stockelsdorf noch in Frankreich gehe ich regelmäßig einkaufen. Wie jede Familienmutter suche ich gewöhnlichdie Discounter oder Supermärkte in meinem Wohnort auf. Von denen hat aber leider keiner so einen Einkaufswagen. Darum bin ich jetzt aktiv geworden und habe folgenden Text in einer E-Mail an Aldi Nord, Lidl und Netto (gelb) geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Ehefrau und Mutter zähle ich zu Ihren regelmäßigen Kunden und bin im
Allgemeinen auch ganz zufrieden mit Ihrem Angebot. Durch eine neurologische
Erkrankung bin ich  allerdings seit einiger Zeit auf den Rollstuhl
angewiesen und hier kommt nun mein Problem: Trotz meiner Behinderung möchte
ich immer noch selbständig einkaufen. Aber wo lasse ich dabei meine Ware?
Auf dem Schoß?- geht nicht, weil ich die Hände zum Fahren brauche. Außerdem
haben auf dem Schoß auch nur wenige Teile Platz. Die Lösung  wäre  ein
Einkaufswagen für Rollifahrer. Die gibt es auch schon, aber leider nicht in
Ihren Märkten. Warum erweitern Sie nicht einfach Ihren Service auch auf
behinderte Kunden. Ich habe mal gegoogelt und folgendes bewährtes Modell
gefunden:
http://wanzl.com/000/De/Home/Produkte/SB-Systeme/Einkaufswagen/Service-Einkaufswagen/Einkaufswagen_fuer_Rollstuhlfahrer.html
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich auf dem Laufenden halten würden, wie
Sie weiter mit diesem Thema umgehen werden. Mit freundlichen Grüßen

Lidl teilte mir mit, dass meine E-Mail an die zuständige Abteilung weitergeleitet worden sei und dass das Unternehmen auf Anregungen der Kunden angewiesen sei, um ihren Wünschen gerecht werden zu können. Eine kurzfristige Umsetzung könne aber nicht garantiert werden.

Aldi schrieb mir, dass mein Vorschlag geprüft werde, dass man aber jetzt noch keine weitere Aussage dazu machen könne.

Netto hat mir bisher lediglich eine Eingangsbestätigung meiner E-Mail geschickt.

Außer den Discountern habe ich auch IKEA noch eine E-Mail geschickt mit dem Vorschlag, Einkaufswagen für Rollifahrer zur Verfügung zu stellen. Die geben sich ja immer sehr sozial und behindertenfreundlich. Von dort habe ich aber noch keine Antwort erhalten.

Jetzt heißt es also erst einmal warten. Aber ich werde dran bleiben. Immerhin ist es ja sehr stark vom Einkaufswagen abhängig, wieviel ich in einem Laden einkaufe. Nicht umsonst sind die Einkaufswagen in den letzten 30, 40 Jahren immer größer geworden.

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2 Kommentare zu “Behinderungen beim Einkaufen – wird sich etwas ändern?

  1. Stühle wären auch nicht schlecht….
    Erst gestern war eine Frau mit ihrer Tochter beim Aldi
    beim Einkaufen.
    Sie konnte sich an der Kasse kaum mehr auf den Beinen halten.
    Da fällt mir ein, Weko (Möbelhaus) stellt Rollstühle zur Verfügung.
    Viele Grüße

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